Dienstag, 11. Februar 2020

Kurzreviews Februar 2020 #KW6

Kurzreviews Februar 2020 #KW6

Mit Dr. Stone habe ich eine tolle neue Manga-Reihe für mich entdeckt und mir gleich zwei weitere Bände zugelegt. Das Kinderbuch (Rulantica) und das Hörbuch (Redwood Dreams) waren nett, haben mich aber nicht umgehauen.
Wie war eure Woche so?

Boichi „Dr. Stone“ (#1)
Manga, Action, 192 Seiten, Tokyopop, 01.08.2019 Amazon 7,00€

Wow, einfach nur wow. Ich ärgere mich richtig so lange mit dem Lesen gewartet zu haben. Die Story ist total interessant. Aus heiterem Himmel werden plötzlich alle Menschen auf der Erde versteinert und erst rund 3000 Jahre später erwachen die beiden Highschoolfreunde Senku, der Wissenschafts-Freak und Taju, der Sportler, wieder aus ihrer Starre auf und versuchen einen Weg zu finden auch andere Menschen wieder zum Leben zu erwecken. Dabei müssen sie wieder eine Evolution durchleben, nur dass sie ja bereits das Wissen besitzen, dass sie sich vorher angeeignet haben. Lediglich der Fortschritt und die Technologie wurde von der Natur über die Jahre zurückgedrängt bzw. zerstört. Gut, dass Senku so ein Nerd ist und nun alles versucht, um die Entwicklung voranzutreiben. Doch sie sind nicht die einigen, die bereits wieder erwacht sind und es gibt Leute, die diesen Neuanfang anders gestalten wollen als die Welt, die sie kannten und dafür auch nicht vor drastischen Mitteln zurückschrecken.
Die Charaktere sind sympathisch und verrückt. Ich liebe ja den Stil von Boichi. Er hat auch eine meiner Lieblingsreihen („Sun-Ken-Rock“) geschrieben/gezeichnet. Sein Zeichenstil ist so genial und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Vor allem aber mag ich seine Humor.
Ich werde mir nun schnell Band 2 und die weiteren Bände besorgen, die bereits erschienen sind.

Story 5,0/5
(originell und interessant)
Charaktere 4,6/5
(witzig, originell und unterhaltend)
Zeichenstil 5+/5
(einfach nur genial)
Gesamt 5,0/5
(ich muss unbedingt und schnell weiter lesen) 


Michaela Hanauer „Die verborgene Insel“ (Rulantica #1)
Hardcover, Kinderbuch, Coppenrath, 336 Seiten, 09.01.2020 Schönherr 16€

Um dieses Buch bin ich lange herumgeschlichen, weil ich eigentlich keine Kinderbücher mehr kaufen wollte und es mir auch zu teuer war. Anderthalb Monate ging das dann so und dann habe ich aufgegeben und es doch gekauft. Dieses Buch fällt einem einfach sofort ins Auge, wenn man durch die Buchhandlung geht. Es ist unglaublich schön aufgemacht und illustriert. Die Illustrationen stammen von Helge Vogt, den ich schon von den „Alisik“ Comics kenne. Wirklich wunderschöne Bilder zieren hier etliche Seiten. Teils als Hintergrund, teils als kleine Ergänzungen zum Text und manchmal nimmt eine Illustration auch eine ganze Seite in Anspruch. Die Farben sind so toll gewählt – so kontrastreich, mit schönen Highlights und wunderbar abgestimmt. Alle Seiten im Buch sind so aufgemacht, als hätten sie Wasserflecken und vermitteln so schon eine Wasserwelt-Atmosphäre. Die Seiten sind in einem sehr angenehmen Beige gehalten, was das lesen sehr erholsam machte. Es war wirklich ein Erlebnis für die Augen.
Die Story war ebenfalls sehr schön. Aquina, unsere junge Heldin, gehört zu den Sirenen, welche die Insel Rulantica bewachen. Auf Rulantica hat der Gott Loki eine Quelle entstehen lassen, die unsterblich macht. Als Menschen diese missbrauchten verfluchte Odin diese Menschen zu einem Leben unter Wasser als Schutzschild vor weiteren Menschen. Niemand sollte mehr aus der Quelle trinken oder Odin würde all die Sirenen samt Rulantica von seiner Riesenschlange Svalgur verschlingen lassen. Aquina ist eine der Nachfahren dieser Meermenschen und auch sie will die Quelle beschützen. Ihr kindlicher Entdeckungsdrang führt sie allerdings immer näher an die Oberfläche und somit der Menschenwelt. Bald erfährt sie mehr über ihre Vergangenheit, Herrkunft und Familie und dann muss sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder in der Menschenwelt machen, um diesen zu beschützen.
Ich fand das Buch für eine Kinderbuch wirklich sehr schön geschrieben. Klar ist es für mich als Erwachsenen keine Story, die mich fesselt oder groß mitfiebern lässt, aber es war wirklich angenehm, Aquina auf ihrem Weg zu begleiten. Ohne die Illustrationen wäre es mir allerdings zu einfach gewesen, aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe. Ich werde das Buch auf jeden Fall noch das ein oder andere Mal in meinem Bekanntenkreis an Kinder verschenken. Falls im Sommer 2020, wie am Ende des Buches angekündigt, der zweite Teil erscheint, werde ich den natürlich auch lesen.

Story 4,0/5
(interessante Welt)
Charaktere 4,0/5
(sehr sympathisch)
Gesamt 4,0/5
(ich freue mich schon auf den Sommer, wo Teil 2 herauskommen soll) 



Kelly Moran „Redwood Dreams – Es geginnt mit einem Lächeln“ (Redwood Ridge #4)
ungek. AudibleHörbuch, 9:40h, Gegenwartsliteratur, 27.12.2019 AudibleAbo 9,9€

Auch wenn ich dem Band 4 Sterne gegeben habe, war ich etwas enttäuscht. Jason, der männliche Hauptcharakter gefiel mir im großen und ganzen sehr gut. Nur seine Einstellung zu Beziehungen und das er, obwohl er wusste wie Ella so drauf ist, mit ihr zusammen sein wollte und ihr dann auch noch klipp und klar sagt, dass es gut sein kann, dass er die Lust auf sie verliert, sobald sie einmal mit einander geschlafen haben. Das passte nicht zu seinem sonstigen Netter-Kerl-Image. Das hätte man meiner Meinung nach anders gestalten können. Trotzdem gefiel er mir besser als Ella, die weibliche Prota. Ich mag schüchterne, etwas unsichere weibliche Charaktere in Büchern, aber Ella schießt mit ihren ständigen Selbstzweifeln und ihrem Mangel an Selbstbewusstsein einfach den Vogel ab. Sie wirkte dadurch über weite Teile des Buches total naiv. Lediglich das letzte Drittel riss es dann für mich noch so richtig raus. Das war dann spannend und emotional. Es gab einiges an Drama, was mich sehr gut unterhalten hat. Vielen Charaktere aus den anderen Teilen der Reihe bekamen hier wieder kleine Gastauftritte und der Hauptcharakter aus dem nächsten Teil der Reihe wurde auch bereits eingeführt. (Oh mein Gott, freue ich mich auf den nächsten Teil) Das mag ich an Reihen und die Nebencharaktere sind hier einfach so sympathisch und interessant.
Die Vergangenheit von Jason und Ella spielt eine große Rolle, da ihre Lebenslinien sich teils unbewusst dramatisch gekreuzt haben. Das war wirklich toll in die Story eingearbeitet. Das brachte auch etwas leichte Spannung in die Story und man fieberte mit, wann alles ans Licht kommt und wie alle Charaktere darauf reagieren.
Schlussendlich hat mich das Hörbuch sehr gut unterhalten, aber die nervigen Kritikpunkte waren halt trotzdem vorhanden.
Die Sprecherin, Dagmar Bittner, gehört für mich zu meinen Lieblings-Sprecherinnen. Ich finde ich Stimme und ihr Lesetempo sehr angenehm.

Story 3,6/5
(grundsätzlich sehr interessant, aber an manchen Stellen übertrieben)
Charaktere 3,0/5
(Ella fand ich eher nervig, aber ansonsten gut)
Sprecherin 5,0/5
(eine meiner Liebsten)
Gesamt 4,0/5
(ich freue mich schon auf Band 5 im März)



Kennt ihr etwas davon? Falls ja, wie haben sie euch gefallen. Ich hoffe besser als mir.
LG
Sunny


Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, dass ich von dem vierten Teil der Redwood-Romane nicht nur enttäuscht war, sondern regelrecht wütend darüber wie die Protagonistin manipuliert wurde. Wenn ich der Autorin abnehme, dass die Protagonistin eine ernsthafte psychische Störung hat, dann ist das Verhalten all dieser "wohlmeinenden älteren Damen" absolut inakzeptabel. Wobei Ella ja überraschend gut mit all den Folgen dieser Einmischungen fertig wird - was dann wieder dazu führt, dass ich der Autorin die Probleme ihrer Protagonistin nicht abnehme. Für mich war es das mit der Reihe. Repräsentation von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen ist wichtig, aber ich habe das Gefühl, ich muss über zu viele Unstimmigkeiten hinwegsehen, wenn es um diese Aspekte der Romane geht.

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    1. Oh, ich wusste gar nicht, dass du noch an der Reihe dran bist. Ja, diese Einmischungen sind heftig, aber ich sehe auch im realen Leben so viele Leute, die psychische Störungen nicht für voll nehmen und ungünstig auf diese Menschen einwirken. Die Protagonistin hat aber soweit ich mich erinnere nie so wirklich öffentlich gemacht, was eigentlich mit ihr passiert ist. Für mich war nichts so klar, wer da überhaupt von dem Zusammenhang zwischen dem Tod von Jasons Vater und ihrer Geschichte wusste.
      Ich werde die Reihe weiterlesen/hören, weil mich ja der Sheriff am meisten interessiert. Da kann ich nicht drauf verzichten.

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    2. Das stimmt, sie hat es nie öffentlich gemacht, aber grundsätzlich finde ich es nicht in Ordnung, wenn jemand so offensichtlich extrem "schüchtern" ist, diese Person auf einen Präsentierteller zu setzen (und Social-Media-Aufmerksamkeit ist in dieser Stadt ja sehr einflussreich) und ständig in unangenehme Situationen zu bringen.

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