Samstag, 5. Oktober 2013

Rezi " Tanz um Mitternacht" Kat Martin

Titel: Tanz um Mitternacht
Autor: Kat Martin
Originaltitel: Perfect Sin
Verlag: Blanvalet
ISBN: 9783442356621
Preis: nicht mehr neu erhältlich
Genre: hist. Lieberoman
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 380 Seiten
Erscheinungsdatum: 17.06.2002
Reihe: 2/2 (Clayton Reihe)


4,4 von 5 Sternen
*Inhalt:*
 Über niemanden wird derzeit in London so begeistert getratscht, wie über Randall Clayton, den siebten Duke of Beldon. Er gilt als perfekter Gentleman - und perfekter Verführer. Umso größer ist das Entsetzen der feinen Gesellschaft, als er sich um Caitlin Harmon, die temperamentvolle Tochter eines amerikanischen Abenteurers, bemüht. Niemand ahnt, dass Randall mit dieser Affäre ganz eigene Pläne verfolgt: Er sucht einen Mörder, dessen Spur direkt zu Caitlin führt. Ein einziger Tanz um Mitternacht, und Caitlin Harmon ist rettungslos in den verruchten Duke verliebt. Aber das Herz zu verlieren, heißt für die schöne Rothaarige noch lange nicht, auch den Kopf zu verlieren. Als ihre Ahnung, dass Randall etwas verbirgt zu schrecklichen Gewißheit wird, scheint es für ihre gemeinsame Liebe beinahe zu spät. Doch es kommt der Tag, an dem sich Randall und Caitlin entscheiden müssen, ob sie gegen alle Intrigen und Verrat auf den Gleichklang ihrer Herzen hören ...
(c)Lovelybooks

*Wie kam das Buch zu mir*
Ich bin ja ein Fan der Autorin. Heißer als die Sonne, Die Perlen des Schicksals und Perlen für eine Mätresse gehören zu meinen liebsten hist. Liebesromanen der Autorin. Daher habe ich mir weitere Romane von ihr günstig (0,99 €) gekauft und dieser hier gehörte dazu.

*Aufmachung/Qualität*
Da muss ich wohl nichts zu sagen. Das Cover ist einfach schrecklich kitschig und hässlich. Einzig die Blumen im Vordergrund finde ich schön. Aber was will man bei einem so alten Buch aus diesem Genre auch verlangen.

*Meinung:*

Ich muss gestehen, dass ich mit ein wenig Angst an dieses Buch herangegangen bin. Ich hatte viel schlechtes darüber gehört, zum einen wurde es inhaltlich als eines der schlechten Bücher der Autorin bezeichnet (was ich im nach hinein überhaupt nicht verstehen kann) und dann wurde in so gut wie jeder Rezension, die es zu dem Buch gibt, der Ehebruch des Helden aufs übelste angekreidet. Also ging ich bereits mit Vorurteilen an Rand, den männl. Helden des Buches, heran. Wie ich das ganze nun einschätze, könnt ihr unter dem Punkt Liebesbeziehung lesen, aber anhand meiner sehr guten Bewertung könnt ihr euch schon denken, dass ich mich den erbosten Stimmen nicht anschließe.

Aber erst einmal zur Grundhandlung, die ja ebenfalls von einigen Lesern bemängelt wurde. Während ich dem Tadel an der moralische Verwerflichkeit der Handlung des männlichen Hauptcharakters noch folgen kann, so verstehe ich nicht, was an der Handlung schlecht sein soll. Es ist ein typischer historischer Liebesroman, der nach meinem Geschmack sogar sehr schön mit etwas Exotik gewürzt wurde. Die Handlung spielt nämlich nicht nur in London und Umgebung, wie es typisch für einen Regency Roman ist, sondern auch in Afrika, auf einer kleinen Insel namens Santo Amaro. Dort gräbt der Vater der weiblichen Heldin, Caitlin, nach einem Schatz und seine Tochter unterstützt ihn dabei. Wie schon anhand dieser Tätigkeit zu erkennen, ist Caitlin kein Modepüppchen aus England. Sie ist Amerikanerin und hat bei Spendensammlungen in England den reichen Randell Clayton (einen Duke) kennengelernt. Dieser ist ein Weiberheld und denkt nicht ans heiraten. Die hübsche Amerikanerin hat es ihm gleich angetan und er erhofft sich ein relativ leichtes Spiel, da diese sich kaum an die in England geltenden Anstandsregeln hält. Doch trotz ihres Eigensinns und ihrer Freiheitsliebe ist Caitlin kein leichtes Mädchen und der gut Duke muss sich einiges einfallen lassen. Wie man sich bei einem solchen Roman denken kann, gelingt es ihm, aber heiraten wollen beide nicht. Caitlin will ihren alten Vater weiterhin bei den Ausgrabungen helfen und der Duke will sich, arrogant und starrsinnig wie er ist, nicht eingestehen, dass er so etwas wie Liebe empfinden kann. Also trennen sich ihre Wegen. Mehr werde ich hier nicht verraten, aber ihre Wege werden sich immer mal wieder kreuzen, mal in Afrika und dann auch wieder in England. Das ganze war sehr unterhaltend geschrieben und konnte mich auf jeder Seite faszinieren. Außerdem kam durch Philip Rutherford eine Gefahr ins Spiel, die ich später noch näher erläutere. Ich erwähne es hier nur um klarzustellen, dass es nicht nur um eine reine Liebesbeziehung geht. Neben tollen Schauplätzen wie der Insel, etwas Abenteuer durch die Schatzsuche, dem Auf und Ab der Liebesbeziehung, bekommt man also auch noch etwas Nervenkitzel. Große historische Ereignisse spielen in diesem Buch keine Rolle.

Der Schreibstil ist sehr ausschmückend, was ja typisch für einen historischen Liebesroman ist. Vor allem Landschaften, ob in England oder in Afrika, werden toll beschrieben und man hat ein sehr klares Bild vor Augen. Das einzige Problem ist die teilweise doch recht schwülstige, übertriebene Ausdrucksweise was die Anziehungskraft der beiden Hauptcharaktere betrifft. Leider gehört das zu Büchern dieses Genres meist dazu, aber ich kann das gut überlesen. Ansonsten schafft es Kat Martin durch ihren vielfältigen Plot einen immer bei der Stange zu halten.

Spannung gibt es durchaus in dem Buch. Die Liebesbeziehung an sich ist immer etwas gespannt und teilweise auch etwas anstrengend, aber das erwarte ich bei einem historischen Liebesroman schon fast. Richtig spannend wird es am Ende, weil sie da während einer Expedition in den Dschungel richtig in Gefahr geraten. Außerdem wird man im gesamten Buch immer wieder mit dem anscheinend kriminellen Philip Rutherford konfrontiert, dem Rand mit aller Macht versucht das Handwerk zu legen, weil er ihn für den Tod seines Vetters verantwortlich macht. Zu dumm nur, dass er ein angesehenes Mitglied von Caits Schatzgräbertruppe ist. Für mich ist das genau die richtige Art von Spannung.

Emotionen werden gewohnt ein bisschen zu heftig herüber gebracht und trotzdem konnte ich vieles nachvollziehen. Lediglich die schier unstillbare Begierde, die hier beschrieben wird, fand ich etwas lächerlich, aber auch das kennt man aus Büchern dieses Genres. Caits Verzweiflung und Gekränktheit war dagegen völlig nachvollziehbar und auch Rands Versuche seine sanfte und künstlerische Seite zu verstecken. Nicht so nachvollziehbar waren dagegen so manche Entscheidungen der Charaktere, beziehungsweise ihre Sinneswandel, die dann in den unrealistischsten Momenten eintraten. Daher und für die teilweise schwülstige Ausdrucksweise gab's von mir den Punktabzug.

Der männliche Hauptcharaktere hatte es aufgrund meines Vorwissens sehr schwer bei mir und trotzdem schaffte er es sich in mein Herz zu schleichen. Nervig fand ich nur wie sicher er sich seiner Anziehungskraft auf Frauen war und für was für einen Hengst er sich offenbar hielt. Ansonsten ist er aber ein Held wie er im Buche steht, der für seine Angebetete alles tut und sie beschützen will. Caitlin ist ein großartiger Charakter. Mir war sie sofort sympathisch – nicht so verklemmt aber trotzdem noch tugendhaft. Sie war einfach für die Zeit sehr modern. Außerdem war sie sehr liebenswert, stand für andere ein und zeigte auch mal Verletzlichkeit. Die Nebencharaktere spielten nur eine geringe Rolle aber waren trotzdem interessant. Vor allem die Personen im Schatzsuchercamp. Am liebsten mochte ich aber Rands Diener Percival. Er stand ihm immer mit Rat und Tat zur Seite und war meist die Stimme der Vernunft.

Die Liebesgeschichte ist wohl der Knackpunkt warum dieses Buch einige schlechte Bewertungen bekommen hat. Viel spielt sich hier auf der Ebene der Lust ab. Auch wenn immer wieder betont wird, dass sich die beiden lieben spricht es keiner der beiden aus. Es wird ständig darauf hingewiesen wie anziehend sie sich finden und das sie ohne das eine nicht auskommen. Ich war ja auf den besagten Ehebruch schon vorbereitet und ich muss sagen ich empfand ihn im Kontext nicht so verwerflich. Sicher es war moralisch nicht okay und vor allem nicht in welchem Zustand er seine Frau zurückgelassen hat, aber es passte einfach zu seinem Charakter und zu der Story. In einer Rezi las ich auch, dass die 'dumme Cait ihn einfach so zurück nahm und dadurch nichts besseres als ihn verdient hat'. Also ich finde absolut nicht, dass sie ihn einfach so zurück nimmt – ganz und gar nicht. Er musst dafür hart kämpfen. Für mich war es okay. Die beiden passen gut zusammen und Menschen können auch mal Fehlentscheidungen treffen und daraus lernen. Wer allerdings partout nicht über so etwas lesen möchte, sollte dringend die Hände von diesem Buch lassen. Die erotischen Szenen waren sehr heiß geschrieben und die Wortwahl war auch nicht zu abgedroschen. Außerdem war es recht abwechslungsreich und der gute Rand hatte offenkundig allen Grund so eingebildet zu sein. Im Bett bemühte er sich für diese Zeitepoche löblich um seine Angebetet.

Warnungen: Ehebruch; erotische Szenen, Mord (Warnungen sind bei mir nicht negativ wertend gemeint, sondern nur ein Hinweis für die Leser, die aus persönlichen Gründen ganz gezielt bestimmte Inhalte vermeiden möchten.)

Grundidee 4,5/5
Schreibstil 3,5/5
Spannung 4,5/5
Emotionen 4,5/5
Charaktere 4,5/5
Liebesgeschichte 4,5/5

*Fazit:*
Vor allem durch die Schatzsuche, den Dschungelaufenthalt und überhaupt dieser exotischen Extras war dieser Roman für mich etwas ganz besonderes. Er hob sich dadurch vom Einheitsbrei ab, aber das bin ich von der Autorin auch gewohnt. Wahre historische Begebenheiten spielen in diesem Buch keine Rolle, was mir gut gefiel. Ich finde das immer etwas dröge. Die Charaktere waren interessant und trotz des kaum verzeihlichen Fehltritts des männlichen Hauptcharakters, gefiel mir auch die Liebesgeschichte richtig gut. Alles in allem war es für mich ein Lesevergnügen mit exotischem Touch. 

4,4 von 5 Sternen
 


Reihe: (deutscher /engl. Originaltitel)
Was dein Herz verspricht /Wicked Promise
Tanz um Mitternacht / Perfect Sin

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