Sonntag, 18. August 2013

Rezi "Walking Disaster" Jamie McGuire

Titel: Walking Disaster
Autor: Jamie McGuire
Sprache: deutsch
Verlag: PIPER
ISBN: 9783492304610
Preis: € 9,99 [D], € 10,30 [A], sFr 14,90
Genre: New Age
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 480 Seiten
Leseprobe: HIER
Erscheinungsdatum: 13.08.2013
Reihe: 2/2


4 von 5 Sternen
*Inhalt:*
Travis ist hart im Nehmen. Aufgewachsen in einer Familie von Männern, weiß er sich durchzuschlagen. Er ist bekannt als Weiberheld und Kämpfer. Alle Jungs möchten an seiner Stelle sein, alle Mädchen an seiner Seite. Doch Abby ist anders. Sie schenkt ihm keine Bewunderung und schmachtet ihn nicht aus ihren großen, grauen Augen an. Sie wirkt unschuldig und zerbrechlich, aber Travis spürt, dass sie ein dunkles Geheimnis verbirgt. Er ist fasziniert von ihr, und er macht sich daran, das zu tun, was er seiner Mutter versprochen hat: Er kämpft für seine Liebe. Unaufhaltsam.
© Piper

*Wie kam das Buch zu mir*
Mir hat ja schon der erste Teil bei dem die Geschichte aus Abbys Sicht erzählt wird, sehr gut gefallen und ich dachte mir, dass es interessant sein könnte Travis Sichtweise zu kennen. Daher musste auch dieses Buch ran. Es wurde mir vom PiperVerlag zur Verfügung gestellt.

*Aufmachung/Qualität*
Das Cover vom ersten Teil hat mir zwar besser gefallen, aber auch dieses Cover finde ich sehr ansprechend. Zum Inhalt der Geschichte passt das Cover meines Erachtens nach nicht besonders.
Das Buch ist sehr flexibel und leicht und der Einband fasst sich weich an. Bei vorsichtigem Lesen entstehen leichte Leserillen, die in dem dunklen Buchrücken nicht auffallen.
Die Kapitel haben immer eine Überschrift, die mit dem jeweiligen Inhalt zu tun hat. Ihre Länge ist sehr angenehm – ca. 20 Seiten. Außerdem verziert jeden Kapitelanfang ein Schmetterling.
Alles in allem also eine sehr schöne Aufmachung, die auch noch angenehm in der Hand liegt.

*Meinung:*
Die Bewertung dieses Buch fiel mir sehr schwer. Hätte ich Band 1(„BeautifulDisaster“) noch nicht gekannt, hätte dieses Buch sicher 5 Sterne erreicht. Im Zusammenhang mit Band 1 hätte ich dem Buch aber gerade mal 3 Sterne gegeben, da sich hier kaum Neues ereignet und man nur an einigen wenigen Stellen einen tieferen Einblick in die Geschichte aus Band 1 erhält. Allerdings würde man ohne diesen Band nicht das wirkliche Ende der Geschichte kennen. Daher habe ich mich für die Wertung genau dazwischen entschieden.

Wie hätte man das ganze besser lösen können? Ganz einfach. Es gibt bereits bei vielen Büchern am Ende der Geschichte ein paar Zusatzkapitel, die Kapitel aus dem Buch aus einer anderen Perspektive schildern. (Beispiel: „Obsidian“ von Jennifer L. Armentrout) Aber auch ein kostenloses oder günstiges Ebook mit einigen Zusatzkapiteln und dem Ende wäre eine gute Alternative gewesen. So war das Buch leider stellenweise langweilig, weil man ja aus Band 1 längst wusste was geschehen wird.

Die Grundgeschichte war daher genau die selbe wie in „Beautiful Disaster“ (Band1) und lediglich der Epilog war eindeutig neu. Ansonsten gab es circa 4-5 Stellen an denen es einem sehr prägnant aufgefallen ist, dass man dies nicht aus Band 1 kennt, weil Abby ja nicht wissen konnte wo Travis sich zu bestimmten Zeiten aufhielt oder von wem er welche Informationen bekam. Allerdings muss ich sagen, dass diese Zusatzinformationen jetzt nicht weltbewegend waren. Lediglich den Epilog hätte ich wirklich nicht verpassen wollen. Für Liebhaber des ersten Bandes, die sowieso gern die Story noch einmal gelesen hätten, ist das Buch ideal. Wer aber mit einmal lesen bereits zufrieden ist oder gar den ersten Band nicht sehr gut fand, sollte dringend die Finger von diesem Band lassen. Wer noch keins der beiden Bücher gelesen hat und aber bereits weiß, dass er nur eines lesen will, der sollte „Walking Disaster“ lesen, um das Ende mitzuerleben.

Diejenigen, die Band 1 und die Handlung des Buches kennen, können jetzt zum nächsten Absatz springen! Die Grundhandlung ist recht einfach. Hier dreht sich wirklich alles um die Liebesgeschichte. Aber auch Freundschaften und Familie spielen eine große Rolle. Hier nimmt sogar die Familie einen größeren Stellenwert ein als im ersten Band. Trotzdem spielt die Liebesbeziehung die Hauptrolle. Interessant wird das ganze durch die Vergangenheit der beiden Charaktere, die sie natürlich in ihrem Fühlen und Handeln beeinflusst. Die Beziehung zwischen Abby und Travis ist daher alles andere als normal und einfach. Dieses Buch erzählt über ihr Kennenlernen, zeigt die Entwicklung, die die beide Charaktere beim Verfestigen der Beziehung machen und dann gibt es natürlich auch das ein oder andere Drama, das die Story würzt. Das Thema illegale Kämpfe spielt in diesem Roman ein Rolle, allerdings merkwürdigerweise nicht eine so große wie im ersten Band.

Der Schreibstil ist locker und liest sich sehr schnell. Er hat mich von der ersten Zeile bis zur letzten gepackt und mitgerissen. Für meinen Geschmack wird hier genau die richtige Mischung aus Emotionen und Informationen verwendet. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Travis und aus der Vergangenheit geschildert. Die Dialoge kamen mir dieses mal gar nicht mehr so übertrieben jugendlich vor, wie noch im ersten Band. Dieses Mal wirkten die Charaktere schon deutlich eher wie Collegestudenten.

Spannung kam für mich leider überhaupt nicht auf, da die Grundhandlung ja zu 90% identisch war. Ich hatte mich auch besonders auf eine bestimmte Situation gefreut, weil ich dachte, dass man hier noch viel mehr aus Travis' Sicht erfährt, aber ich wurde enttäuscht. Verwunderlich fand ich, dass die illegalen Kämpfe kaum eine Rolle spielten wenn man es mit ihrem Stellenwert in Band 1 vergleicht. Und das obwohl doch gerade Travis derjenige ist für den diese Kämpfe besonders sind. Man erfährt fast gar nicht was ihn außer Geld zu diesen Kämpfen bewegt oder was in seinem Kopf dabei vorgeht. Das fand ich ebenfalls enttäuschend. Daher wurde das Buch streckenweise wirklich langweilig und zog sich hin, bis mal wieder eine Stelle kam, die neu und interessant war. Die Spannung baute sich für mich eher dadurch auf, dass ich auf die nächste Szene dieser Art wartetet. Vor allem auf die Szenen mit Travis Familie, aber auch das kam mir viel zu kurz. Da hätte man lieber andere Passagen kürzen sollen, um diese neuen Blickwinkel weiter auszubauen. Außerdem wurde spannende Szenen mit viel Potenzial einfach komplett aus der Handlung geschnitten, wie der Vorfall mit Abby und einem Typen bei einem der Kämpfe. Das war eine sehr wichtige Szene in Band eins und hier spielte sie gar keine Rolle. Naja, ich fand die Szenenwahl auf jeden Fall sehr merkwürdig. Für Leser, die Band 1 nicht kennen, würde die Geschichte aber durchaus spannend sein, da es viel hin und her und emotionale Auf und Abs gibt.

Emotional hat mich diese Story wieder genauso gepackt wie Band 1. Ich würde fast sagen, dass es hier noch ein Stück emotionaler wurde. Am Anfang flossen tatsächlich die Tränen bei mir, weil es so eine extrem emotionale Szene aus Travis' Familie gab. Überhaupt gefielen mir vor allem die Szenen mit Travis' Familie am besten und diese machten für mich auch das ganze Interesse am Buch aus. Für meinen Geschmack hätte das noch weiter ausgebaut werden können. Wenn ich wählen müsste zwischen den beiden Büchern, würde ich „Walking Disaster“ wählen, obwohl es nun durch die bereits bekannte Story von mir nur 4 Sterne bekommen hat. Abbys schlussendliche Entscheidung konnte ich allerdings in diesem Band NULL nachvollziehen. Das ergibt sich wirklich nur im Zusammenhang mit Band 1. Aber wie oben schon erwähnt wäre für mich die beste Lösung gewesen einfach ein paar Zusatzkapitel an diesen oder den ersten Band anzuhängen, die dann die Sicht des jeweils anderen erklären. Ein zweites Buch war größtenteils überflüssig.

Auch wenn die Charaktere, die selben sind, kommen einige völlig anders herüber. Das wohl entscheidende Beispiel ist Parker – Nr. 3 im Liebesdreieck. Da Travis andere Informationen über Parker hat, lernt man ihn hier ganz anders kennen. Sehr prägnant ist es mir aber auch bei Abby aufgefallen. Im ersten Band empfand ich sie als sehr sympathisch und emotional. In diesem Band wirkt sie eher oberflächlich und ziemlich zickig. Wie oben schon erwähnt konnte ich vor allem ihre letzte Entscheidung Travis betreffend in diesem Band nicht nachvollziehen. Andere Charaktere hinterließen allerdings wieder den selben positiven Eindruck bei mir. Vor allem Shepley und America – die beiden muss man einfach lieben. Dann gab es Charaktere die einen höheren Stellenwert einnahmen wie Trend (Travis' Bruder) oder Jim (Travis' Vater). Diese verschiedenen Eindrücke waren sehr interessant, aber machten die größtenteils identische Handlung nicht wett. Auch wenn ich mich wiederhole – Zusatzkapitel hätten dies einfach lösen können.

Um die Liebesgeschichte dreht sich hier alles und junge Leser werden sie sicher sehr romantisch finden. Auch mir hat sie sehr gut gefallen, auch wenn sie stellenweise schon etwas befremdlich wirkte. Es wurde Stellen schon sehr theatralisch inszeniert und wirkten auf mich daher zu teeniehaft. Ich weiß nicht ob sich Collegestudenten in Amerika wirklich so benehmen, aber da die Autorin selbst Amerikanerin ist, wird sie das besser einschätzen können als ich. Auch wenn die Beziehung zwischen Abby und Travis streckenweise schon ein wenig zu heftig wirkte, konnte sie mich in den Bann ziehen und ich habe es genossen über die Aufs und Abs in der Beziehung zu lesen. Sex spielt hier eine größere Rolle als in Jugendbücher, da es sich ja um ein New Age Buch (also mit Hauptprotagonisten um die 20 Jahre) handelt, aber es ist nicht vergleichbar mit erotischer Erwachsenenliteratur. Hier wird nicht über Seiten ins Detail gegangen, aber es wird auch nicht verschwiegen, dass Sex nun mal zu einer gesunden Beziehung dazugehört.

Warnungen: Sex, Gewalt, illegale Kämpfe (Warnungen sind bei mir nicht negativ wertend gemeint, sondern nur ein Hinweis für die Leser, die aus persönlichen Gründen ganz gezielt bestimmte Inhalte vermeiden möchten.)

Grundidee 4,5/5
Schreibstil 4,5/5
Emotionen 4,5/5
Spannung 2/5
Charaktere 4,5/5
Liebesgeschichte 4,5/5

*Fazit:*
Auch wenn die veränderte Sichtweise interessant war und man mehr über Travis Familie erfahren hat, konnte es die fast identische und damit streckenweise langweilige Handlung nicht ausgleichen. Ich fand es eindeutig zu viel des Guten darüber noch einmal ein Buch zuschreiben. Meine Lösungsvarianten für dieses Problem habe ich im Text erläutert. Für Leser die Band 1 nicht kennen, kann ich die Geschichte voll und ganz empfehlen. Für Leser, die Band 1 kennen, ein erneutes Lesen von diesem Ausschließen würden oder ihn nicht gut gefunden haben, würde ich vom Kauf dieses Buches abraten.

4 von 5 Sternen
 

Reihe:
Walking Disaster

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