Freitag, 18. September 2015

Rezi "Grey - Fifty Shades of Grey von Christian selbst erzählt" E. L. James

Titel: Grey - Fifty Shades of Grey von Christian selbst erzählt
Autor: E. L. James
Originaltitel: Grey
Verlag: derHörverlag
ISBN: 978-3-8445-2056-9
Preis: 14,99 €
Genre: Erotik
Format: MP3 Hörbuch, ungekürzt
Laufzeit: 1124 Minuten
Erscheinungsdatum: 21. August 2015
Reihe: 1/3

4 von 5 Sternen
*Inhalt:*
Die Welt von Fifty Shades of Grey auf ganz neue Weise – durch die Augen von Christian Grey
Erzählt in Christians eigenen Worten, erfüllt mit seinen Gedanken, Vorstellungen und Träumen zeigt E L James die Liebesgeschichte, die Millionen von Lesern auf der ganzen Welt in Bann geschlagen hat, aus völlig neuer Perspektive.
Christian Grey hat in seiner Welt alles perfekt unter Kontrolle. Sein Leben ist geordnet, diszipliniert und völlig leer – bis zu jenem Tag, als Anastasia Steele in sein Büro stürzt, um ihn zu interviewen. Er versucht, sie zu vergessen und wird stattdessen von einem Sturm der Gefühle erfasst, den er nicht begreift und dem er nicht widerstehen kann. Anders als all die Frauen, die er bisher kannte, scheint die schüchterne, weltfremde Ana direkt in sein Innerstes zu blicken – vorbei an dem erfolgreichen Geschäftsmann, vorbei an Christians luxuriösem Lebensstil und mitten in sein zutiefst verletztes Herz. Kann Christian mit Ana an seiner Seite die Schrecken seiner Kindheit überwinden, die ihn noch immer jede Nacht verfolgen? Oder werden seine dunklen Begierden, sein Zwang zur Kontrolle und der Selbsthass, der seine Seele erfüllt, diese junge Frau vertreiben und damit die zerbrechliche Hoffnung auf Erlösung zerstören, die sie ihm bietet?
(c)derHörverlag

*Wie kam das Buch zu mir*
Das Hörbuch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.

*Meinung:*
Ich bin mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Warum auch immer, aber ich dachte, dass "Grey" die gesamte Trilogie aus Christians Sicht zusammenfasst. Dem ist nicht so. Eigentlich hört man den ersten Teil der Trilogie einfach noch einmal aus seiner Perspektive.

Band 1 der Shades of Grey Trilogie hat mir damals noch nicht so sehr gefallen, da es ja bekanntlich noch sehr viel um den Vertrag und das dominante Sexuelle ging. Da ich dann aber Band 2 und 3 wirklich sehr mochte, habe ich wohl eine Art Vorliebe für diese Reihe entwickelt. Daher überrascht es mich nicht, dass ich "Grey" nun etwas besser bewerte als noch den ersten Band der Originaltrilogie aus Anas Sicht. Viele andere Leser mochten die Sicht von Christian deutlich besser, da hier nun nicht mehr so oft von der 'inneren Göttin' gesprochen wird. Mir ist das allerdings damals gar nicht aufgefallen und hat mich daher auch nicht gestört. Da störte mich hier bei "Grey" schon eher Christians ständiges "Gutes Mädchen". Sorry, aber für mich war das eher lächerlich als erotisch und ich hatte immer das Bild vor meinem inneren Auge wie Christian einem Pferd die Flanke klopft während er das sagte. Soviel nun zu meiner Kritik. Ich weiß ja, dass es für mich ab dem zweiten Band (den es hoffentlich auch noch aus Christians Sicht geben wird) noch besser läuft und ich freue mich schon drauf, diese Bände aus seiner Sicht zu erleben. Da wird man dann sicher noch mehr Einblick in sein Familienleben und seine Vergangenheit bekommen.

Inhaltlich ist "Grey" identisch mit "Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen". Ich glaube lediglich, dass es an einer anderen Stelle endet. Mir gefiel Christians Sicht sehr gut, auch wenn er weiterhin aus meiner Sicht ein sehr kranker Mensch ist. Seine Einstellung zu Frauen und sein Sexualleben sind überhaupt nicht mein Fall. Da ich weiß, dass sich dies noch ändern wird, ist es aber okay für mich. Er ist ein Charakter bei dem man wirklich Entwicklung sehen kann. Da man hier nun Christians Gedanken miterlebt, erfährt man ein wenig mehr von seiner Vergangenheit und seiner Familie. Diese beiden Aspekte liebe ich an der Reihe. Ich mag die Familienkonstellation ungemein. Christian hatte eine sehr schwere Kindheit und wurde dann von den Greys adoptiert. Seine Erinnerungen an 'beide' Kindheiten haben mich wirklich gefesselt. Ich hoffe da wird noch mehr kommen. Auch von seinen Besuchen beim Psychiater und seiner Einstellung und Beziehung zu seinen Angestellten bekommt man nun sehr viel mehr mit, was ich ebenfalls sehr interessant fand.

Natürlich gibt es wieder die gleiche erotischen Szenen, obwohl sie dieses Mal natürlich aus Sicht des dominanten Partners geschildert sind und somit einen ganz anderen Touch haben. Das war interessant, obwohl mir Christians sexuelle Neigung ja so gar nicht zusagt und ich es bedenklich finde, dass er sein dominantes und teilweise krankes Verhalten nicht nur sexuell zeigt sondern eben auch im Alltag bzw. einer 'normalen' Beziehung. Natürlich habe ich durch die Originalreihe sehr viel mehr Hintergrundwissen darüber warum er so ist und warum er so handelt. Das ist sicher der Grund warum ich dieses Buch besser bewerte als Band 1 der Shades of Grey Trilogie.

Das Buch kann man sehr gut auch ohne das Vorwissen der Originalreihe lesen. Bei mir lag das Lesen des ersten Bandes schon so weit zurück, dass ich diese Wiederholung sehr genoss und mich an keiner Stelle gelangweilt habe. Bei anderen Büchern mit solchen Perspektivenwechseln hatte ich da sehr große Schwierigkeiten. Meine Rezension richtet sich ja eher an Leser, die die Ausgangsreihe bereits gelesen haben. Wer dies nicht getan hat und gern wissen möchte, um was genau es hier geht, der kann gern meine Rezension zu "Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen" lesen.

*Fazit:*
Ich habe es sehr genossen den ersten Band der Fifty Shades of Grey Trilogie noch einmal aus Christians Sicht zu erleben. Vor allem was sein Familienleben und seine schreckliche Vergangenheit angeht, bekam man einen tieferen Einblick. Ich hoffe sehr, dass auch die anderen Teile noch aus Christians Sicht geschrieben werden.

4 von 5 Sternen
 



Kommentare:

  1. Shades of Grey hat mir ja eigentlich gar nicht gefallen. Im Gegensatz zu dir fand ich den ersten Band allerdings noch „am besten", was wohl aber daran lag, dass ich einfach vorher noch keine Erotikromane gelesen hatte und es daher alles noch neu für mich war. Den zweiten Band empfand ich dagegen als komplettes Fiasko. ;D
    Deswegen gehe ich eigentlich nicht davon aus, dass ich "Grey" lesen würde. Andererseits... ein bisschen Interesse würde bei mir ja doch bestehen. Naja mal sehen.
    Den Film fand ich übrigens besser als das Buch. Hattest du den Film auch gesehen?

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    1. Ja, ich weiß, ich gehöre da wohl eher zur Minderheit. Für mich waren Teil 2 und 3 halt viel besser, weil es da nicht mehr um das für mich ätzende BDSM Thema geht und mehr um die Familie und Freunde.
      Also wenn dir Shades of Grey nicht gefallen hat, gibt es glaube ich keinen Grund "Grey" zu lesen. Es ist relativ identisch und man bekommt halt nur einen Einblick in den dominanten Part und seine psychischen Abgründe.
      Ja, ich habe den Film gesehen. Mir hat er leider nicht gefallen, aber das war mir schon klar. Da geht es ja schließlich genau um das was mir nicht so gefällt an der Reihe. Also der Vertrag und BDSM. :)

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    2. Da hast du vermutlich recht. Bei mir war es allerdings so, dass vor allem Ana micht gestört hat und ich Christian vielleicht besser ertragen könnte.^^
      Es liegt aber auch nicht in meinem Sinn, ein Buch zu lesen, dass mir potenziell nicht gefällt, um es hinterher zerreißen zu können, deswegen sollte ich es vielleicht doch erstmal lassen.
      Bei Shades of Grey bin ich ja damals auch davon ausgegangen, dass es mir gefällt...

      Ist aber interessant, wie unterschiedlich man das alles wahrnehmen kann. Eben dadurch, dass Ana im Film, zumindest meiner Meinung nach, anders rüberkam, konnte ich diesem mehr abgewinnen als dem Buch.

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