Montag, 7. Januar 2013

Rezi "Mein wildes Herz" Kat Martin

Titel: Mein wildes Herz
Autor: Kat Martin
Originaltitel: Heart of Honor
Verlag: Mira
ISBN: 9783899417524
Preis: 7,95 Euro (leider nur noch gebraucht erhältlich)
Genre: hist. Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400
Erscheinungsdatum: 01.01.2009
Reihe: 1/3 (steht aber auch allein)


4 von 5 Sternen
*Inhalt:* 
Krista gehört zu den modernen Frauen ihrer Zeit und arbeitet in ihrer eigenen Zeitungsredaktion. Das sie gesellschaftskritische Themen anspricht, gefällt nicht allen Leuten und sie schwebt deshalb in Gefahr. Bei einem Zirkusbesuch entdeckt sie einen Mann in einem Käfig. Groß, kräftig, wild wirkend. Sie ist die Einzige die seine Sprache spricht und somit aufdecken kann, dass er nicht verrückt ist und gegen seinen Willen wie ein Tier gehalten wird. Leif ist nämlich ein Abkömmling der Wikinger und mit einem Schiff gestrandet. Kristas Vater studiert altnordische Geschichte und Sprache und nimmt Leif als Schüler auf, um von ihm mehr zu lernen und Leif das englische Leben zu lehren. Leifs Interesse an der fremden Kultur ist groß, aber auch sein Interesse an Krista. Doch ihre Herkunft und ihre Sitten sind so unterschiedlich, dass es sich ein gemeinsames Leben als äußerst schwierig erweist.

*Wie kam das Buch zu mir*
Ich war von „Heißer als die Sonne“ so begeistert, dass ich mir mehrere Romane der Autorin zugelegt habe. Dieses hier war darunter.

*Meinung:* 
Ich war etwas überrascht, dass dieses Buch doch ziemlich kitschig und in erotischer Sicht oft recht plump wirkte. Das war ich von der Autorin nicht gewohnt. Es war jetzt nicht extrem störend, aber ich wunderte mich schon sehr über diesen Stilwechsel.

Die Grundidee war wirklich gut. In Sachen umfangreiche Handlung wurde ich bis jetzt von dieser Autorin noch nie enttäuscht. Auch dieser Roman hat wieder etliche Handlungselemente die einen bei Laune hielten. Zum einen natürlich die geschickt kompliziert entwickelte Liebesgeschichte, dann Kristas Arbeit bei der Zeitung, dass für die damalige Zeit (Regency) eher untypisch war und die Drohungen und Anschläge, die auf Krista und ihre Zeitungsredaktion verübt werden. Das ganze wird wieder sehr überzeugend geschildert und erhält im ganzen Buch die Spannung. Außerdem nimmt man der Autorin generell die Zeit in der ihre Romane spielen ab. Es wirkt sehr authentisch.

Der Schreibstil ist leicht zu lesen und schon eher ausschmückend. Allerdings in einem guten Maß, um voll in die damalige Zeit abzutauchen. Einzig die doch sehr 'wilde' stellenweise eher plump wirkende Art der sexuellen Annäherungen von Leif waren gewöhnungsbedürftig, da ich das so von der Autorin nicht gewöhnt war.

Die Spannung wird gekonnt aufrecht erhalten, was ja bei historischen Liebesromanen eine ganz schöne Herausforderung ist. Vor allem die Aufs und Abs der Liebesbeziehung, die vielen Missverständnisse dabei, aber auch die sehr glaubwürdig vermittelten Konflikte aufgrund der unterschiedlichen Herkunft der beiden Liebenden, sorgten für moderate Spannung über das ganze Buch über. Die ständigen Drohungen und Anschläge auf die Zeitung und somit auch auf Krista zogen sich auch gekonnt über das ganze Buch hin. Am Ende gibt es dazu ein Finale, aber ein richtiger Spannungsbogen entsteht nicht. Für mich ist das bei diesem Genre aber völlig in Ordnung.

Die Emotionen kommen bedingt herüber. Leif ist ein sehr impulsiver Mann und kommt leider schon ein wenig 'Tarzan'-mäßig herüber. Das fand ich schade, hatte es aber bereits am Anfang befürchtet. Es passt generell zum Inhalt des Buches, da er von einer abgeschiedenen Insel stammt und eben ein Wikinger ist. Da schnappt man sich schon mal eine Frau, schmeißt sie sich über die Schulter und zeigt ihr wo's lang geht. Trotzdem hätte ich mir da doch ein wenig mehr Stil erhofft. Krista dagegen ist ein Kopfmensch und trotzdem wird sie angeblich von wilder Leidenschaft überwältigt wenn sie Leif sieht. Naja, in Sachen Liebesgeschichte konnten mich die Emotionen daher nicht ganz überzeugen. Was Sehnsucht, Abschiedsschmerz, Angst... angeht, wirkte das ganze schon überzeugender.

Wie eben schon erwähnt ist Leif ein schwieriger Charakter und sehr von sich überzeugt. Oft nervte sein übertriebenes Selbstbewusstsein ein wenig, allerdings passte es zu seinem Charakter. Bis auf die übertriebene sexuelle Anziehungskraft wirkte Kristas Charakter überzeugender. Vor allem ist sie sehr interessant. Sie gehört für ihre Zeit zu einer sehr modernen Art Frau und bekommt mehr Freiheiten von ihrem Vater und Großvater, als es normal war. Trotzdem wirkte das ganze durchaus überzeugend, da vor allem der Vater als sehr eigenständiger und frei denkender Charakter dargestellt wurde, der seine Tochter über alles liebt. Alle anderen Nebencharaktere blieben aber etwas blass.

Das Buch war sehr erotik-lastig. Erotik war eigentlich ständig Thema, auch wenn es lange Zeit nicht zum eigentlichen Akt kommt. Leif ist sich seiner Sache sehr sicher und geht da mit dem Hochmut eines starken Wikingers heran. Krista ist wie oben schon erwähnt von ihrem Verlangen etwas überwältigt, was streckenweise albern und sie somit etwas naiv wirkte. Das wurde durch ihren sonst so starken Charaktere ausgeglichen, war aber manchmal wirklich grenzwertig und wird nicht jedem Leser gefallen. Die erotischen Szenen an sich hatten einen mittelmäßigen Kitschfaktor für dieses Genre. Sie wurden nicht unnötig in die Länge gezogen, wirkten sexy, aber hatten eben doch bei Wortwahl und Inhalt immer etwas Kitsch dabei.

Die Liebesgeschichte war wirklich interessant und bot jede Menge Abwechslung. Die unterschiedliche Abstammung und somit die unterschiedlichen Vorstellung einer Beziehung zwischen Mann und Frau führte zu einigen unterhaltsamen Szenen. Aber auch die Lösung der verschiedenen Konflikte war nicht überhastet und wirkte daher überzeugende. Das Ende weißt dann aber einen enormen Kitschfaktor auf.

Grundidee 4,5/5
Schreibstil 4/5
Spannung 4,5/5
Emotionen 3,5/5
Charaktere 3,5/5
Erotik 4/5
Liebesgeschichte 4/5

*Lesergruppe:*
Leser, die gern historische Liebesromane mit viel erotischen Anspielungen und Szenen lesen. Außerdem sollte man auf einen mittelmäßigen Kitschfaktor gefasst sein.

*Fazit:*
Ich muss gestehen, dass ich von dem Schreibstil etwas überrascht war und ihn eigentlich nicht dieser Autorin zugeschrieben hätte. Das Buch hatte einen sehr hohen Erotikanteil, der leider ein wenig ins kitschige abdriftetet. Die Handlung war aber sehr unterhaltsam und hat einen immer zum weiter lesen veranlasst. Die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen konnte mich ebenfalls überzeugen. Allerdings ist dies kein Buch für jedermann.

4 von 5 Sternen
 

Reihe:
Mein wildes Herz
Mein brennendes Herz
Mein mutiges Herz

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