Freitag, 21. September 2012

Rezi "Méto - Die Insel" Yves Grevet

Titel: Méto – Die Insel
Autor: Yves Grevet
Verlag: dtv
ISBN: 9783423625159
Preis: 14,95 €
Genre: Jugendbuch
Format: Hardcover ohne Schutzumschlag
Seitenzahl: 212 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.10.2012
Reihe: 2/3


5 von 5 Sternen
*Inhalt:* 
(bitte vorher "Méto - Das Haus" lesen!)
Méto und seine Freunde sind nun auf der Flucht, aber schnell merken sie, dass auch die „abgeschnittenen Ohren“ nicht viel freundlicher zu sein scheinen als die Cäsaren im Haus. Wie wird es Méto nun ergehen? Wird er endlich herausfinden, was für ein böses Spiel Jovis hier treibt?

*Wie kam das Buch zu mir*
Mir hat bereits Teil 1 (Das Haus) sehr gut gefallen und daher wollte ich natürlich mit der Reihe weitermachen. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv Verlag zur Verfügung gestellt.

*Aufmachung/Qualität*
Vom Cover her wirkt das Buch eher wie ein Kinderbuch, da Méto in seine Inch-Kleidung ein wenig wie ein kindlicher Spiderman-Verschnitt aussieht. Aber die Figuren im Hintergrund deuten dann schon darauf hin, dass dieses Buch sich eher an ein wenig ältere Jugendliche wendet.
Das Buch ist sehr stabil und scheint hochwertig verarbeitet zu sein. Der Buchschnitt ist schwarz und auch die ersten Blätter sind schwarz. Das stimmt sehr gut auf die düstere Geschichte ein. Weiterhin ist das Bonusmaterial positiv hervorzuheben. Es ist eine Karte der Insel enthalten und einige Zeichnungen. Ein Überblick über die Cover der anderen Bände der Trilogie und ein kleiner Infoteil zum Autor runden dieses wirklich liebevoll gestaltete Buch ab.

*Meinung:*
 Es ist sehr schwierig etwas zu dem Buch zu sagen, ohne zu viel zu verraten. Man deckt ja gemeinsam mit Méto immer mehr von den Geheimnissen auf und gerade das macht den einzigartigen Charme des Buches aus. Alles was ich zur Grundhandlung sagen kann, ist dass Méto mit der Flucht nicht wirklich das erreicht hat was er sich erhoffte. So sehr man Méto es gewünscht hat nun nicht mehr in einem so autoritären Gefüge überleben zu müssen wie im Haus, so hat man doch schon geahnt, dass es ihm verwehrt bleiben wird. Was das genau bedeutet möchte ich nicht verraten, da man dies wirklich selbst lesen sollte. Verraten kann ich euch aber, dass Méto um einiges voran kommt in seinen Recherchen und wir dadurch das ganze Gefüge auch etwas mehr verstehen – oder es uns einbilden zu verstehen. Genau kann man das erst nach dem Lesen des letzten Teiles sagen.

Es ist mir ein Rätsel wie man mit einem doch eher kühlen und beherrschtem Schreibstil solche Emotionen vermitteln kann. Die Sätze sind überwiegend kurz, wirken fast ein wenig militärisch zackig was ja super zum Inhalt des Buches passt. Trotzdem bindet man sich an die Charaktere und fühlt mit ihnen mit. Die eher aggressive und beängstigende Stimmung kommt sehr gut herüber. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive und in der Gegenwart geschrieben, was ich normalerweise gar nicht mag. Bei diesem Buch passte es allerdings sehr gut.

Das Buch ist sehr, sehr spannend. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Man hatte das Gefühl mittendrin zu sein und am Ende hätte ich verzweifeln können, da es noch viel offener endet als der erste Teil. Da man immer auf dem selben Wissensstand ist wie Méto fiebert man mit ihm mit auf seiner Suche nach Hinweisen warum Jovis (der Mann, der anscheinend alle Strippen zieht) diese Welt erschaffen hat oder was sonst dahinter steckt. Man geht genau wie Méto Möglichkeiten durch, verwirft sie wieder um dann wieder neue aufzustellen - es ist nervenaufreibend auf eine gute, sehr unterhaltsame Art. Es kommen noch sehr viele andere spannende Dinge dazu, wie zum Beispiel Intrigen oder Menschen bei denen man sich einfach nicht sicher sein kann ob sie Freund oder Feind sind. Einfach perfekt.

Wie oben schon beschrieben bin ich überrascht wie emotional mich dieses Buch berührt hat, obwohl der Schreibstil eher kühl wirkt. Ich denke, dass dieses Buch sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht. Allerdings wird jede Altersgruppe das Buch anderes empfinden/erleben. Méto ist mir ans Herz gewachsen und ich wünsche mir sehr für ihn, dass er eines Tages ein Leben führen wird, dass ich glücklich macht.

Die Charaktere bleiben meist eher geheimnisvoll und es wird kaum etwas über sie preisgegeben. Das gehört zur Handlung und passt daher. Méto dagegen ist einem mittlerweile sehr sympathisch und mir ist er richtig ans Herz gewachsen. Es wird einem das Gefühl vermittelt, dass man ihn kennt. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Méto neue Charaktere kennenlernt, bei denen man erst nicht weiß ob sie Freund oder Feind sind.

Das Ende ist extrem offen und ich kann es überhaupt nicht mehr erwarten weiter zu lesen. Leider kommt das nächste Buch erst im April 2013 heraus. Ich habe etliche Theorien in meinem Kopf was nun tatsächlich hinter der Insel und bestimmten Personen und deren Entscheidungen steckt. Wahrscheinlich ist keine davon korrekt, aber zumindest hat kaum ein Buch meinen Verstand je so dazu angeregt mir Erklärungen für die Umstände in der Handlung auszudenken. Ich schätze das wird vielen Lesern so gehen.

Grundidee 5+/5
Schreibstil 4/5
Spannung 5+/5
Emotionen 4,5/5
Charaktere 4,5/5

*Lesergruppe:*
Das Buch können sowohl Mädchen als auch Jungen lesen. Die Grundstimmung ist eher depressiv und aggressiv, aber trotzdem in keinster Weise gewaltverherrlichend. Der sympathische Hauptcharakter wird auch Mädchen sehr gut durch die Handlung führen. Für Erwachsene bietet das Buch durch seine sehr verstrickten Zusammenhänge und die permanente Spannung durch die Undurchschaubarkeit des Systems ebenfalls ein sehr interessantes Lesevergnügen.

*Fazit:*
Dieses Buch hat mich absolut begeistert. Vor allem die Art und Weise wie man langsam im Handlungsverlauf vorankommt, in dem man mit Méto (der Hauptperson) Geheimnisse und Zusammenhänge aufdeckt und mit ihm mitfiebert. Der eher kühle Schreibstil ermöglicht trotzdem die Bindung an den Charakter und vermittelt auf einzigartige Weise die düstere, bedrückende Grundstimmung von Métos Leben. Ich kann das Buch nur empfehlen. (Allerdings muss man vorher „Méto – Das Haus“ gelesen haben!)
5 von 5 Sternen


Reihe:


Méto – Die Welt (erscheint am 01.04.2013)

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