Freitag, 31. August 2012

Rezi "Ashes, Ashes" Jo Treggiari

Titel: Ashes, Ashes
Autor: Jo Treggiari
Originaltitel: s.o.
Verlag: ars edition
ISBN: 9783760784717
Preis: 16,95 €
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Format: Hardcover mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 377 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.07.2011
Reihe: -


4 von 5 Sternen
*Inhalt:*Zwei verheerende Epidemien und etliche Naturkatastrophen haben fast die gesamte Menschheit dahin gerafft und die Infrastruktur zerstört. Auch Lucys Eltern und ihre zwei Geschwister sind tot. Eigentlich war sie immer der Tollpatsch in der Familie, aber gerade bei dieser Sache war sie der 'Glückspilz'. Sie musste lernen sich allein durchs Leben zu schlagen – zu jagen, sich einen sicheren Unterschlupf suchen... Mehrere Monate lebte sie ohne Kontakt zu anderen, aus Angst sich mit der Seuche anzustecken, aber dann trifft sie auf Adian und durch ihn erfährt sie die Wahrheit über die Seuche. Außerdem erzählt er ihr auch über andere Überlebende und lucy muss erkennen, dass jemand auf sie Jagd macht.

*Wie kam das Buch zu mir*
Ich weiß eigentlich gar nicht mehr wo ich das Buch als erstes gesehen habe. Die vielen negativen Rezensionen konnten mich nicht abschrecken und im Nachhinein bin ich froh das Buch gelesen zu haben. Ich habe mir das Buch gebraucht für 4,99 Euro bei ReBuy gekauft.

*Aufmachung/Qualität*
Bei dem Buch handelt es sich um ein Hardcover mit Schutzumschlag. Der Schutzumschlag gefällt mir sehr gut. Die Szene darauf passt sehr gut zum Inhalt und die grau Grundstimmung vermittelt einem gleich den richtigen Einstieg ins Buch.
Das Buch an sich ist in einem bläulichem Grau gehalten.
Die Kapitel sind unterschiedlich lang. Vor allem das erste Kapitel zog sich ganz schön, dann wurden die Kapitel aber kürzer und somit angenehmer.

*Meinung:*Erst einmal muss ich sagen, dass ich sehr skeptisch an das Buch herangegangen bin. Es gab einfach zu viele schlechte Rezensionen dazu. Jetzt bin ich aber froh das Buch gelesen zu haben. Ich fand es nämlich sehr unterhaltsam. Sicher gab es einige Schwachstellen, aber für mich waren die eher am Ende und nicht so schlecht, dass ich das Buch wegpacken wollte.

Die Grundidee gefiel mir sehr gut. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich eher wenig Dystopien gelesen habe und mich daher noch vieles begeistern kann. Ich fand das Szenario daher sehr gut umgesetzt. Man begleitet Lucy auf ihrem Weg von einer einsamen Jäger und Sammlerin zu einem Mitglied in einer sich neu strukturierenden kleinen Gesellschaft. Ich fand es vor allem aus sozialer Sicht sehr interessant wie diese kleine Gruppe Menschen zu denen Lucy stößt, sich ihre Gemeinschaft aufgebaut haben und ihren Tagesablauf strukturieren, um zu überleben. Für mich war es faszinierend wie jung und alt zusammen gearbeitet haben und ihre Fähigkeiten ergänzt habe. Für diesen Anteil der Geschichte hätte ich sogar 5 Sterne plus vergeben. Die Geschichte bestand aber eben nicht nur daraus sondern auch aus einer winzig kleinen Liebesgeschichte und einer Handlung, die die Spannung aufbauen sollte. Vor allem an letzterem hapert es dann leider bei der Geschichte.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. An manchen Stellen recht detailliert, was die Geschichte eher langsam voranschreiten lässt. Für mich ist das kein Manko und daher gab es dafür keinen Abzug. Das erste Kapitel war ein wenig schockierend und ich befürchtete das das Buch zu heftig für mich sein könnte, aber das war nicht der Fall. Es war wirklich nur das erste Kapitel was so extrem war (Töten einer Schildkröte und das Zubereiten dieser). Man merkte, dass die Autorin sich sehr viel Mühe mit der sozialen Struktur und dem emotionalen Bedürfnissen von Menschen auseinander gesetzt hat und dies in dem Buch sehr ausführlich herüber bringen wollte. Mir gefiel ja gerade dieser Part sehr gut, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Zielgruppe (Jugendliche) das ganze vielleicht nicht ganz so spannend finden. Im großen und ganzen war die Handlung recht stimmig, aber das Ende/der Showdown war wirklich sehr merkwürdig. Es wirkte alles etwas überstürzt und holperig und ließ am Ende mehr Fragen offen als beantwortet wurden. (was meiner Meinung nach nicht gewollt war) Ganz entscheidende Dinge wurden nicht erklärt und vor allem bestimmte Handlungen von Personen machten keinen richtigen Sinn. Das führte dann zum Punktabzug. Wenn ich nur das Ende/den Showdown betrachte, muss ich leider sagen, dass das Buch nur 2-3 Sterne verdient hätte. Allerdings habe ich oben schon beschrieben, dass mich der andere Part sehr viel mehr interessiert hat als die Spannung und daher bleibt es bei meiner 4 Sterne Wertung.

Die Spannung ist so lala und das sagt hier jemand, der kaum Wert auf Spannung legt. Zum Thema Spannung wirkt das Buch eher wie eine Kinderbuch. (bestimmte Szenen schließen das allerdings wieder aus!) Die Handlung mit der die Spannung aufgebaut wird und am Schluss ihren Höhepunkt erreicht, möchte ich hier nicht verraten, aber ich kann sagen, dass sie nicht so sehr durchdacht wirkt oder zumindest wird sie nicht stimmig erläutert. Trotzdem war das Buch interessant zu lesen, man fieberte halt nur nicht so sehr mit.

Emotionen kamen ganz gut herüber. Lucy erinnerte sich immer wieder an ihre Eltern und man erfährt erst nach und nach wie sie eigentlich dazu gekommen ist allein in der 'Wildnis' zu leben. Lucy war mir sehr sympathisch und deshalb konnte ich mich trotz ihrer schon recht jugendlichem Verhaltens und Denkens gut in sie hineinversetzen. Bis auf einige Stellen am Ende waren die Emotionen auch glaubwürdig. An einer Stelle am Ende wirkte Lucy dann plötzlich zu naiv ohne das dies begründet gewesen wäre. Von den anderen Charakteren erfährt man eher wenig emotionales, aber auch hier reagieren lediglich die Personen am Ende des Buches total undurchsichtig und ohne System. Das verwirrte schon etwas.

Die Charaktere sind durchweg interessant, aber eben nichts was einen vom Hocker haut. Lucy ist mir allerdings schon etwas ans Herz gewachsen. Die Bösewichte der Geschichte erhalten so gut wie keine Tiefe und wirken daher fast wie Roboter. Das ist das große Manko des Buches. An ihnen hätte deutlich mehr gefeilt werden müssen, um die Geschichte glaubwürdiger zu machen.

Die Liebesgeschichte ist hier super schüchtern und spielt nur eine nebensächliche Rolle. Für mich ist dies nicht negativ. Es wirkte auf mich realistischer als andere Bücher dieses Genres.

Grundidee 4,5/5
Schreibstil 4/5
Spannung 3,5/5
Emotionen 4/5
Charaktere 4/5
Liebesgeschichte 3,5/5

*Lesergruppe:*
Ich würde dieses Buch Lesern empfehlen, die noch nicht zu viele Dystopien gelesen haben und auch eher ruhigere Bücher mögen. Die Handlung, die die Spannung aufbaut, ist eher kindlich aufgezogen, aber bestimmte gewalttätige Szenen im Buch sind eindeutig nichts für Kinder! Ich würde das Buch daher ab 14 Jahren empfehlen.
*Fazit:*
4 von 5 Sternen
Das Buch war kein Hammer, aber sehr gute Unterhaltung wenn man sich für die soziale Bedürfnisse von Menschen interessiert und gern etwas über Gruppendynamik liest, ohne das es pädagogisch wirkt. Gerade auch der Aspekt des Zusammenlebens von jung und alt wird hier schön umgesetzt. An Spannung hapert es aber leider und das Ende wirkt überstürzt und eher wie in einem Kinderbuch.


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