Dienstag, 19. Juni 2012

Rezi "Der Gesang der Orcas" von Antje Babendererde

Titel: Der Gesang der Orcas
Autor: Antje Babendererde
Verlag: Arena
ISBN: 9783401023939
Genre: Jugendbuch
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 356
Erscheinungsdatum: 01.01.2004



4,5 von 5 Sternen
*Inhalt:*

Sofies Mutter ist vor einem halben Jahr gestorben und nun hat sie nur noch ihren Vater. Die beiden sind sich aber ziemlich fremd und trauern beide jeder für sich. Als er dann einen neuen Auftrag als Fotograf bekommt in die USA zu reisen, begleitet Sofie ihn. Im Makah Reservat kommen sich die beiden endlich wieder näher, aber der Weg ist steinig. Sofie bekommt zusätzlich von dem Indianerjungen Javid und den Orcas Hilfe bei der Trauerbewältigung.

*Meinung:*
Es gibt verschiedene Coverversionen. Ich habe durch Zufall eine besonders hübsche Variante erwischt. Das Cover wirkt an den Rändern wie eine Ölzeichnung, was gut zu Sofies Hobby passt. Außerdem sind zwei Wale abgebildet die sehr gut fotografiert wurden, mit Sonnenlicht, dass sich im Blas der Tiere fängt. Dies wiederum passt sehr gut zum Job des Vaters, der ja Fotograf ist. Selten passt ein Cover so gut zum Inhalt. Da ich selbst Hobbyfotografin bin, hat mich das besonders angesprochen und ich konnte mich auch in den Beschreibungen des Vaters wiederfinden.
Dieses Buch ist etwas besonderes aber sicher nicht für jeden etwas. Das Hauptaugenmerk liegt auf der sehr sanften und authentisch wirkenden Liebesgeschichte zwischen Sofie und Javid. Diese Liebe wird sehr einfühlsam herüber gebracht. Auch die Trauerbewältigung und die Neuentwicklung der Vater-Tochter-Beziehung spielen eine sehr wichtige Rolle. Trotzdem plätschert das Buch nur vor sich hin. Es gibt kaum Spannung, was nun mal nicht für jeden etwas ist. Mir persönlich macht dies nichts aus und ich fühlte mich gut unterhalten. Die ganze Geschichte ist daher unheimlich ruhig und gefühlvoll.
Besonders gut haben mir auch die vielen Informationen zu den Indianern, im Speziellen der Makahs, gefallen. Mich haben die verschiedenen Stämme der Nordamerikanischen Indianer schon immer interessiert und gewürzt mit dieser netten kleinen Liebesgeschichte fand ich die Vermittlung sehr gelungen.
Die Reaktionen und Gefühle der Charaktere fand ich durchaus authentisch. An einigen kleinen Stellen fand ich gewissen Gefühle oder Entwicklungen etwas vorschnell, aber das viel kaum ins Gewicht. Abzug bekommt das Buch lediglich für einige etwas sehr in die Länge gezogenen Abschnitte. Der Schreibstil ist wirklich wunderbar bildlich, man fühlt sich direkt im Geschehen, schmeckt fast das Salzwasser auf den Lippen oder fühlt den Sturm und Regen auf dem Gesicht. Trotzdem waren manche Umschreibungen doch etwas sehr in die Länge gezogen. Daher 0,5 Punkte Abzug.
Die Charaktere sind nicht herausragend, aber für die Geschichte gut genug ausgearbeitet.

*Lesergruppe:*
Leser, die nichts gegen ruhige Geschichten haben in denen eine junge Liebe und die Familie eine entscheidende Rolle spielen. Außerdem sollte man Interesse an den Indianern Nordamerikas und hier im Speziellen der Küstenindianer habe.

*Fazit:*
Ein wunderschönes ruhiges Lesevergnügen, dass einen auf sehr einfühlsame Art und Weise die Tradition und das Leben der Makah (Küstenindianer) und die Trauerbewältigung eines jungen Mädchen und dessen Vater näher bringt. Gewürzt durch eine sanfte Liebesgeschichte war es für mich etwas ganz besonderes.

Kennt ihr andere Bücher dieser Autorin? Könnt ihr mir welche empfehlen?

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